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Schafft es die Wärmepumpe, mein Haus zu heizen? So findest du es in 5 Minuten heraus
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Schafft es die Wärmepumpe, mein Haus zu heizen? So findest du es in 5 Minuten heraus

Viele Hausbesitzer sind verunsichert, ob eine Wärmepumpe für das eigene Zuhause in Frage kommt. Dieser Blog und unser kostenloser Wärmepumpen-Check klärt auf.

Simply Energy4 Min. Lesezeit

Kurzgesagt: Die meisten Einfamilienhäuser in Deutschland sind besser für eine Wärmepumpe geeignet als ihr Ruf. Wir erklären, was wirklich zählt und was nicht.

Wer über eine Wärmepumpe nachdenkt, hört schnell:

„Dafür müsst ihr erst richtig dämmen" oder „Das geht nur mit Fußbodenheizung." Beides stimmt so pauschal nicht.

In Deutschland gibt es rund 16 Millionen Einfamilienhäuser und die große Mehrheit davon ist heute schon für eine Wärmepumpe geeignet, ohne dass vorher aufwendige Sanierungen nötig wären. Das zeigen Marktdaten des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) ebenso wie Praxisbeispiele aus dem gesamten Bundesgebiet.

Entscheidend ist aber, dass man die eigene Situation realistisch einschätzt. Genau dafür haben wir unseren Wärmepumpen-Check gebaut.

Was die Wärmepumpe wirklich braucht: die Vorlauftemperatur

Das wichtigste Kriterium ist nicht der Bauzustand, die Dämmung oder die Fenstergröße, sondern die Vorlauftemperatur der Heizung. Also: Wie heiß muss das Wasser aus der Heizung sein, damit es im Haus warm wird?

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei Vorlauftemperaturen zwischen 35 und 50 °C. Eine Gas- oder Ölheizung läuft oft bei 60 bis 80 °C. Wer seine Vorlauftemperatur auf 55 °C absenken kann und das Haus trotzdem warm wird, kann in der Regel eine Wärmepumpe betreiben. So funktioniert auch der bekannte Heizkurventest: Vorlauf auf 55 °C reduzieren, alle Thermostate aufdrehen, schauen ob es warm wird. [2]

Ein einfacher Richtwert: Gebäude ab Baujahr 2000 erfüllen die Voraussetzungen fast immer ohne weitere Maßnahmen. Bei älteren Häusern kommt es auf einige konkrete Details an.

Luft-Wasser-Wärmepumpe: der günstigste Einstieg

Die mit Abstand häufigste Wahl im Bestand ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie zieht Wärme aus der Außenluft und braucht weder Erdbohrungen noch Genehmigungen. Die Anschaffungskosten liegen deutlich unter denen von Erdwärme-Systemen. [4]

Viele denken, Luftwärmepumpen seien ineffizient. Bei gut geplanten Anlagen ist das falsch: Eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4 bis 5 ist im Altbau realistisch. Das heißt, pro Kilowattstunde Strom entstehen vier bis fünf Kilowattstunden Wärme. Das bestätigen Feldmessungen des Umweltbundesamts, nach denen gut ausgelegte Luft-Wasser-Systeme im Bestand mittlere JAZ-Werte in genau diesem Bereich erreichen. [3] Entscheidend ist eine ordentliche Heizlastberechnung und eine sorgfältige Auslegung, kein billiges Standardpaket vom Fließband.

Heizkörper statt Fußbodenheizung: kein Problem, wenn...

Fußbodenheizung ist ideal, aber längst keine Pflicht. Wärmepumpen laufen auch mit normalen Heizkörpern, wenn diese groß genug sind. Als Faustregel gilt: Je größer die Heizfläche, desto niedriger kann die Vorlauftemperatur sein, desto effizienter läuft die Wärmepumpe. [8] Sind einzelne Heizkörper zu klein, reicht es in vielen Fällen, sie gegen größere Modelle oder spezielle Wärmepumpen-Heizkörper mit kleinem Lüfter auszutauschen. Das kostet ein paar Hundert Euro, keine Baustelle.

Einrohrheizung: machbar, aber mit Aufwand

Wer eine Einrohrheizung hat (typisch für Gebäude aus den 1970er und 80er Jahren, heute noch in über einer Million Gebäuden in Betrieb [6]) muss genauer hinschauen. Bei diesem System fließt das Heizwasser nacheinander durch alle Heizkörper, der letzte bekommt das kälteste Wasser. Das macht niedrige Vorlauftemperaturen schwieriger. Grundsätzlich ist eine Wärmepumpe auch hier möglich, aber es braucht einen hydraulischen Abgleich, oft größere Heizkörper oder einen Pufferspeicher. Ein Heizungsfachbetrieb sollte das im Einzelfall prüfen. [7]

Heizung unter dem Dach (Dachzentrale)? Etwas aufwendiger

Wer seine Heizung nicht im Keller, sondern unter dem Dach hat (sogenannte Dachzentralen), steht vor einer logistischen Herausforderung: Die Rohrleitungen zur Außeneinheit sind länger, der Druckverlust höher und die Montage aufwendiger. Unmöglich ist es nicht, aber es sollte von Anfang an in die Planung einfließen, weil es die Kosten leicht erhöht.

Platz für die Außeneinheit: oft unterschätzt

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe besteht aus einem Innengerät (im Heizraum) und einer Außeneinheit, ungefähr so groß wie eine Klimaanlage, manchmal etwas größer. Die Außeneinheit braucht Platz und einen Mindestabstand zur Grundstücksgrenze, der je nach Bundesland meist etwa drei Meter beträgt. [7] In Reihenhäusern oder bei beengten Grundstücksverhältnissen kann das knapp werden. Split-Systeme bieten hier mehr Flexibilität.

Im Heizraum selbst braucht es Platz für das Innengerät, einen Warmwasserspeicher und, wenn empfohlen, einen Pufferspeicher. Das klingt nach viel, passt aber in den meisten Heizräumen.

Muss ich vorher dämmen? Fast nie.

Das ist der hartnäckigste Mythos. Eine Studie des Öko-Instituts und Fraunhofer ISE im Auftrag von Agora Energiewende hat gezeigt, dass Wärmepumpen selbst in unsanierten Altbauten günstiger heizen als neue Gaskessel. [2] Natürlich gilt: Je besser gedämmt, desto effizienter die Wärmepumpe. Aber eine Pflichtdämmung vor dem Einbau gibt es nicht, und sie ist in den meisten Fällen auch wirtschaftlich nicht sinnvoll als Vorbedingung.

Was wirklich zählt: eine ehrliche Einschätzung deines Hauses

Die Frage ist nicht ob eine Wärmepumpe prinzipiell geht, sondern wie gut sie zu deinem Haus passt und was vielleicht angepasst werden muss. Genau das zeigt unser kostenloser Wärmepumpen-Check:

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